Warum Halbleiterengpässe zurückkehren werden – und was europäische Automobil- und Industrieunternehmen dagegen tun können
SourceArcSemi Insights - Lesezeit: 2 Minuten

Einleitung
Seit 2020 befindet sich die Halbleiterindustrie in einem dauerhaften Krisenmodus. Lieferengpässe haben Produktionslinien in der Automobil- und Industriebranche verlangsamt, Produkteinführungen verzögert und die Kosten in nahezu allen Sektoren erhöht.
Auch wenn der Höhepunkt der Krise inzwischen hinter uns zu liegen scheint und derzeit ausreichende Kapazitäten verfügbar sind, wäre es ein Fehler anzunehmen, das Problem sei gelöst.
Strukturelle Risiken, eingeschränkte Nachfragesicht und geopolitische Unsicherheiten gefährden weiterhin die Versorgungssicherheit.
Strukturelle Probleme bleiben bestehen
Trotz Schlagzeilen über „unbegrenzte Kapazitäten“ sind die Auftragsbücher europäischer Distributoren – und damit auch der Hersteller – besorgniserregend dünn.
Unzureichend ausgelastete Produktionskapazitäten setzen die Hersteller unter Druck, von denen viele bereits angekündigt haben, ihre Kapazitäten bis 2026 zu reduzieren.
Diese Kürzungen könnten die heutige Verfügbarkeit schnell wieder in den Engpass von morgen verwandeln.
Fehlende Bedarfs-Transparenz
Europäische Automobil- und Industrieunternehmen haben – oft unter dem Druck, Cashflow-Ziele zu erfüllen – ihre Halbleiterkapazitäten nur zögerlich oder gar nicht im Voraus gesichert.
Dieser kurzfristige Fokus untergräbt die Transparenz und erhöht das Risiko, bei der nächsten globalen Nachfragewelle erneut an das Ende der Lieferkette zu rutschen.
Geopolitisches Risiko
Handelsbeschränkungen, Exportkontrollen und Regionalisierungsinitiativen verändern das globale Halbleiterökosystem.
Diese Unsicherheiten erschweren es, vorherzusehen, wo und wann neue Engpässe entstehen werden.
Was getan werden kann
Transparenz schaffen (ohne Haftungsrisiko):
Robuste Bedarfsplanung implementieren und den offenen Austausch mit Distributoren pflegen, um Kapazitätsreservierungen zu verbessern.
Distributorenbeziehungen stärken:
Distributoren als strategische Partner – nicht nur als Auftragsempfänger – behandeln. Frühe Abstimmung kann im Engpassfall Versorgung sichern.
Second Sourcing:
Abhängigkeiten vermeiden, indem nur ein einziger Lieferant qualifiziert wird, um das Risiko zu reduzieren.
Interim-Experten einbinden:
Erfahrene Supply-Chain-Führungskräfte können helfen, Engpässe zu mildern und Resilienz schneller aufzubauen.
